Genossen-schaftliche
Demokratie

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Fragen zur Genossenschaft

Reine Demokratie
Die Genossenschafter der Gründerzeit waren ihrem Staat weit
voraus. Während in den deutschen Ländern sich das Stimmrecht
noch nach dem Einkommen richtete, sollte es bei den Genossenschaften das
Prinzip der direkten Demokratie geben: Jeder hatte eine Stimme. Die Mehrheit
entschied, was zu tun war.
Dies schöne Prinzip ließ sich bei den größer werdenden
Genossenschaften nicht lange durchhalten. Die Entscheidungen wurden komplizierter
und mussten im Alltagsgeschäft oft schnell getroffen werden. Die
Genossen wählten sich daher Vertreter, die dafür sorgten, dass
im Laufe eines Geschäftsjahres die Beschlüsse der Mehrheit umgesetzt
wurden.
Heute sind große Genossenschaften ähnlich organisiert wie andere
Wirtschaftsunternehmen. Es gibt einen Vorstand, der die Geschäfte
führt. Es gibt einen von den Mitgliedern aus ihrer Mitte gewählten
Aufsichtsrat, der diese Geschäftsführung kontrolliert. Und es
gibt mindestens einmal im Jahr die Mitgliederversammlung oder die Vertreterversammlung,
in der über die Grundsätze der Geschäftspolitik entschieden
wird.
Es ist wirklich so: Jedes Mitglied einer Genossenschaft hat ein Stimmrecht
- eigentlich auch eine Stimmpflicht - mit dem es Entscheidungen über
Wohl und Wehe seiner Genossenschaft beeinflussen kann. Ein wichtiger Unterschied
beispielsweise zum Aktionär eines Wirtschaftsunternehmens ist dieser:
Nicht wer am meisten Anteile hat, sondern wer abstimmt, hat das Sagen.
Wer allerdings davon ausgeht, die Geschäftsleitung werde es schon
richten oder schlimmer: "Die da oben machen sowieso, was sie wollen,
und ich kann da gar nichts ausrichten", ist nicht nur ein schlechter
Demokrat. Er verschenkt auch die Möglichkeit, Einfluss zu nehmen,
auf Probleme aufmerksam zu machen, Ideen einzubringen. Er hat ja nicht
nur eine Stimme zum Abgeben, sondern zum Reden, zum Beantragen, zum Gewinnen
von Mehrheiten.
Und vergessen wir nicht: So scheinbar gering im Verhältnis zum Gesamtetat
ein Genossenschaftsanteil ist, es kommt eine Menge Kapital zusammen, wenn
alle Anteile addiert werden. Und es ist ihr Geld, das die Basis bildet
fürs Bauen und Wohnen bei Genossenschaften.

Suchen Sie Ihren Vertreter in der Genossenschaft:
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